cav - S O N D E R T E I L - 09/97

Hermetisch dicht

Seitenkanalpumpe für extreme Einsatzbedingungen

Die Seitenkanalpumpe entwickelt sich zunehmend zu einer Pumpe für komplexe Anwendungen in der chemischen und petrochemischen Industrie. Sie findet ihren Einsatz bei kleinen Fördermengen und großen Förderhöhen. Die hermetisch dichte Ausführung mit Magnetkupplung eignet sich darüber hinaus zur Förderung von umweltbelastenden gefährlichen oder giftigen Medien.

Der Antrieb der Seitenkanalpumpe SEMA-Block erfolgt über eine Magnetkupplung ohne Wellendurchführung zur Atmosphäre. Die Pumpe ist damit vollständig dicht, das Fördermedium kommt mit der Atmosphäre nicht in Berührung. Alle Baureihen sind in GG25, Sphäroguß GGG40.3 und voll korrosionsbeständig in 1.4581 lieferbar. Weitere Sonderwerkstoffe sind möglich. Je nach Werkstoff kann ein Temperaturbereich des Fördermediums von -40 bis +220° C abgedeckt werden.

Bei der Seitenkanalpumpe SEMA-Block-S sorgt ein Mantelgehäuse außerhalb des Stufengehäuses für absolute Sicherheit

Die Abbildung zeigt die konstruktive Ausführung der SEMA-Block-S. Das Gehäuse in Gliederbauweise ist axial verschraubt, die einzelnen Stufen durch Flachdichtungen aus gefülltem PTFE abgedichtet. Zusätzlich ist bei dieser Ausführung ein Mantelgehäuse außerhalb der Stufengehäuse vorgesehen. Dieses sorgt auch dann für absolute Sicherheit, wenn bei den inneren Pumpenstufen beispielsweise durch Korrosion oder äußere mechanische Einflüsse Leckagen auftreten würden. Das Schutzgehäuse wird am Saug- und Druckstutzen durch gekammerte O-Ringe abgedichtet. Es ist für den vollen Pumpenenddruck ausgelegt und wird vom Fördermedium nicht berührt. Das Mantelgehäuse läßt sich der jeweiligen Stufenzahl der Pumpe problemlos anpassen. Der Raum zwischen Pumpengehäuse und Mantel kann durch Sensoren überwacht werden. Geringste Leckagen sind dadurch erkennbar. Der Mantel kann auch zum Beheizen oder Kühlen des Pumpengehäuses Verwendung finden. Damit ist diese Ausführung sehr gut zur Förderung von besonders gefährlichen oder giftigen Medien geeignet.

Das für den Antrieb erforderliche Drehmoment wird durch eine Magnetkupplung übertragen. Als Permanentmagnete dienen hochwertige Dauermagnete aus Kobalt-Samarium, die ihre magnetischen Eigenschaften auch bei längeren Einsatz oder hohen Temperaturen nicht verlieren. Die Magnete sind im außenliegenden treibenden und innenliegenden getriebenen Teil zylindrisch angeordnet. Das Antriebsteil wird bei SEMA-Block direkt auf dem Wellenende des Antriebmotors befestigt, der über eine Zwischenlaterne an die Pumpe angeflanscht ist. Die Bauweise ist sehr kompakt, spart Einbaulänge und das Ausrichten des Motors.

Spalttopf trennt Fördermedium von Atmosphäre

Dieser Spalttopf ist als einteiliges tiefgezogenes Bauteil aus Hastelloy C4 gefertigt. Die Befestigung erfolgt über Flansche am Druckgehäuse der Pumpe, die Abdichtung mit einer PTFE-Flachdichtung. Motor und Antriebsteil lassen sich abnehmen, ohne daß der Druckraum und damit das Leitungssystem geöffnet werden muß. Da bei metallischen Spalttöpfen unvermeidlich Wirbelstromverluste auftreten und damit die Flüssigkeit im Spalt erwärmt wird, ist eine Kühlung des Antriebsbereiches notwendig. Hierzu wird Fördermedium aus dem Druckgehäuse entnommen, durch den Spalt zwischen Topf und dem inneren Magnetsatz geleitet und durch eine Bohrung in der Welle in einen Bereich niedrigeren Druckes zurückgeführt. Trockenlauf und damit Überhitzung des Antriebteiles ist zu vermeiden. Zur Absicherung läßt sich die Temperatur des Spalttopfes überwachen. Mit elektronischen Belastungswächtern können feinste Unregelmäßigkeiten der Stromaufnahme registriert und das Aggregat abgeschaltet werden.

Den Lagern des Pumpenläufers, die bei allen Pumpen ohne Wellendurchführung mit dem Fördermedium zu schmieren und zu kühlen sind, kommt für die Betriebssicherheit und die Lebensdauer eine entscheidene Bedeutung zu. Der Pumpenläufer wird im Bereich der Magnetkupplung und am Sauglaufrad in Lagern aus massivem Siliziumcarbid geführt, das extrem verschleißfest und in weiten Bereichen korrosionsbeständig ist. Der hydraulische Axialschub, der bei Seitenkanalpumpen sehr gering ist und hier nur durch das Vorlaufrad zustande kommt, wird ebenfalls durch Silziumcarbidlager aufgenommen. Mit dieser Lagerausführung und den durch die Bauart möglichen überwiegend 4-poligen Antrieb mit 1450 1/min wird eine hohe Betriebssicherheit und Lebendauer erreicht.